Originelle Schnitzereien bereichern den Bornwald

Bornwaldgeist, Lengefelder Bergmann und Kopf eines Mufflons
Der Bornwald zwischen Lengefeld, Börnichen, Krumhermersdorf, Hohndorf und Großolbersdorf ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet. Seine Besiedelungsgeschichte reicht bis in das Mittelalter zurück. Seit dem 17. Jahrhundert existierten dort neben kleinen Siedlungen ein Hammerwerk, Kalköfen, Sägewerke, eine Spinnerei und ein Gasthaus.

Wassersprudelnder Saukopf und Cotta-Gedenkstein mit Sitzgruppe
Zur Entstehung des Skulpturenweges
Noch bevor sich die Bornwaldfreunde um Holzskulpturen, Wegweiser, Bänke und Sitzgruppen verdient machten, waren bereits mehrere Schrifttafeln, das Entenhaus am Hammermühlenteich, ein einfacher Saukopf, der Fürstenbrunnen, dessen glasklares Wasser die Bediensteten der Rauensteiner Schlossherrschaft wohl tranken, wenn sie im herrschaftlichen Bornwald Baumfällarbeiten durchführten, sowie der Cotta-Stein in Gedenken an den deutschen Forstwissenschaftler Heinrich Cotta im Wald zu finden.

Dafür verantwortlich zeichnete sich der damalige Krumhermersdorfer Lehrer und Direktor Gottfried Kahl (1933–2021), der sich Zeit seines Lebens intensiv mit der Geschichte rund um den Bornwald beschäftigt hatte. Gemeinsam mit Stephan Möckel, von 1991 bis 2020 Leiter des Forstreviers Börnichen, der Kirchlichen Erwerbsloseninitiative Zschopau sowie den Bornwaldfreunden schuf der begnadete Schnitzer die den Bornwald heute bevölkernden mannshohe Holzskulpturen.
Mitstreiter der „ersten Stunde“ waren die Lengefelder Konrad Fischer, Jürgen Sandig, Dieter Baldauf, Christfried Otto und Heinz Kunze.
Diese Skulpturen können Sie entdecken:
| 2005 | Mit dem wassersprudelnden Saukopf an der Wasserquelle an der Großen Hammerwiese nahm alles seinen Anfang. |
| 2007 | Es folgte der Kopf eines Mufflons unweit der Kalten Küche, wo einst das ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Muffelwild ausgewildert worden war. |
| 2009 | Eule Emmy vom Fuchsbach |
| 2010 | Bär Bruno von Bertelsdorf am Schwarzen Teich, wo sich ein Fang für Bären befand, die noch lebend für die Jagd des Adels zum Schloss Augustusburg abtransportiert wurden. |
| 2012 | Der Lengefelder Bergmann am Einlauf des Lautenbaches in die Talsperre Neunzehnhain I, wo noch heute ein alter Stolleneingang zu finden ist. |
| 2013 | Der erzgebirgische Volksheld Karl Stülpner an der einstigen Hammermühle. |
| 2015 | Anton Günther, der wohl bekannteste Volksdichter des Erzgebirges, an der Kalkstraße. |
| 2023 | Der Bornwaldgeist unweit der Wüstung Bornwaldhäuser. |
| 2025 | ´S Karzl am Börnicher Hammerweg, welches eigens für das Heimatfest „675 Jahre Börnichen“ angefertigt wurde. |

Die Skulpturen nehmen meistens Bezug zu einem historischen Ereignis oder einem Ort im Bornwald – sei es die Auswilderung von Muffelwild, der mittelalterliche Bärenfang oder die Tradition des Kalkbergbaus in Lengefeld.
Für ihr langjähriges und umfassendes Engagement im Bereich der Heimat- und Brauchtumspflege wurden die Bornwaldfreunde im Jahr 2025 mit dem „Ehrenamt des Monats Juni“ des Erzgebirgskreises ausgezeichnet.













