Pestsäule Reifland

An der Straße zwischen Reifland und Lippersdorf
Stadtteil: Reifland

Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts wütete in Europa die Pest und verschonte auch das Erzgebirge nicht. Ganze Familien starben aus und wie viele Menschen ihr Leben lassen mussten, kann nicht genau nachgewiesen werden. Reifland ist im Vergleich zu Lengefeld weit weniger betroffen. Bedingt durch die Sperrung der Wege zwischen den beiden Orten ist anzunehmen, dass in Reifland ein eigenes Friedhofsgrundstück angelegt werden musste, der sogenannte Pestfriedhof.

1680, als die Pest in Lengefeld am schlimmsten wütete, hatte der Lengefelder Pfarrer Johann Major seine gesamte Familie durch die Seuche verloren. Im Angesicht des eigenen Todes wünschte er, noch einmal das Heilige Abendmahl zu empfangen. Der Lippersdorfer Pfarrer Johann Christoph Rümmler tat ihm den Gefallen. Sie trafen sich auf freiem Feld zwischen Reifland und Lippersdorf, auf Reifländer Flur und vollzogen die heilige Handlung. Der Abendmahlsstein an der Pestsäule erinnert daran.

Die Pestsäule, davor Abendmahlstein genannt, hat eine ortshistorische Bedeutung. Die Säule auf quadratischem Granitsockel stehend, ist ein hoher Pfeiler
mit neogotischem Aufsatz, an drei Seiten mit Relief mit Jahreszahlen 1680, 1880 und Kelch versehen. An der Vorderseite eine schlichte Tafel mit Abendmahldarstellung, sich verjüngender Aufsatz mit Kreuz. Text: „Auf diesem altehrwürdigen Steine reichte im Jahr 1680, als in Lengefeld die Pest wütete, der Lippersdorfer Pfarrer Rümmler am Lengefelder Pfarrer Major das heilige Abendmahl Ps.110 V.4” – Abendmahlstein: Granitmonolith mit eingravierter Schrift IH M 1680 CR. ID 09207660.

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