Ehrenpreisträger

Arbeitsgruppe „Ortspyramide Wünschendorf“

Die Arbeitsgruppe „Ortspyramide Wünschendorf“ pflegt das Erbe der Vorfahren – dafür gab es am 1. Oktober 2021 den Ehrenpreis der Stadt Pockau-Lengefeld.

„Es geht einem das Herz auf, wenn man die leuchtenden Kinderaugen sieht. Wie sie voller Vorfreude an der Pyramide stehen und beobachten, wie diese ihre Runden dreht“, so Johannes Schmidt, Ortsvorsteher von Wünschendorf. Wie jedes Jahr wurde auch 2021 das 4,30 Meter hohe Werk am Samstag vor dem 1. Advent dort aufgebaut. Diese Aktion verfolgen zahlreiche Bürger aus Wünschendorf und Umgebung beim ersten Glühwein und so mancher Gaumenfreude.

Schon über ein halbes Jahrhundert im Dienst

Die Wünschendorfer Ortspyramide auf dem Platz der Jugend schreibt schon über ein halbes Jahrhundert Geschichte. Geschaffen und erstmals aufgebaut wurde sie 1971. Seither ist sie in der Weihnachtszeit aktiv. Selbst zum 650. Ortsjubiläum war sie mit von der Partie.

Dass sich in der Advents- und Weihnachtszeit die großen und kleinen Bürger an der Pyramide erfreuen können, ist der dazugehörigen zwölfköpfigen Arbeitsgruppe zu verdanken. Sie kümmert sich um alles, was dazugehört, um sie hübsch und intakt zu halten, sorgt dafür, dass sie läuft und all ihre Einzelteile und Figuren gepflegt werden. Mit Herzblut versteht sich. Dabei ist jedoch auch gewisses Fachwissen und Fingerspitzengefühl notwendig, denn entgegen anderen Ortspyramiden besteht die Wünschendorfer komplett aus Holz. Oberstes Gebot der Herren der Arbeitsgruppe ist es, alle Instandhaltungen und Erneuerungen getreu dem ursprünglichen Zustand anzupassen.

„Von der ehemaligen Truppe, die das Ganze einst ins Leben gerufen hat, gibt es nur noch ein Mitglied. Alle anderen sind leider nicht mehr unter uns. Allerdings wird dieses Erbe nunmehr schon von der zweiten und dritten Generation weitergeführt“, weiß der Ortsvorsteher. Er selbst ist natürlich mit im Boot und hauptsächlich für organisatorische Belange zuständig. „Wir alle arbeiten Hand in Hand, betrachten das Thema als Gemeinschaftsarbeit und jedem Einzelnen, der sich einbringt, gebührt ein herzliches Dankeschön“, erklärt er weiter.

Uta Börner

Uta Börner nahm am 20. September 2023 den Ehrenpreis der Stadt Pockau-Lengefeld stellvertretend für das Team Winterspielplatz entgegen.

Uta Börner war die Dritte, welche den Ehrenpreis samt Blumen und Glückwünschen an diesem Abend entgegennehmen durfte, sagte aber sofort, dass er ihr nicht allein gebührt. Bei ihr würden nur die sogenannten Fäden zusammenlaufen. Ohne die stetige Unterstützung ihrer Team-Mitglieder wäre das Projekt Winterspielplatz nicht so erfolgreich und beliebt geworden, wie es heute ist. Laudatorin Viola Löschner lobte Frau Börner und ihre Leute für ihren engagierten Einsatz. Der Indoorspielplatz im Gebäude der Landeskirchlichen Gemeinschaft, Gewerbering 7, ist im Winterhalbjahr jeden Mittwoch von 15:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Kinder bis sechs Jahren können sich dort austoben, während Muttis, Vatis oder auch Großeltern sich gleichzeitig eine Auszeit gönnen dürfen. Für viele Familien bedeuten diese Stunden Abschalten vom Alltag, mit anderen Menschen in Kontakt kommen und Freundschaften knüpfen. Seit 2002 ist dieser Spielplatz geöffnet. Ihn ins Leben zu rufen war die richtige Entscheidung. Mehr noch: Frau Börner sagte: „Ich habe das schönste Ehrenamt überhaupt und mache gerne weiter.“ Neben den wöchentlichen Spielenachmittagen organisieren Frau Börner und ihr Team unter anderem auch das Frühlingsfest. „Ich habe in all den Jahren so viele tolle Menschen und Familien kennengelernt und Kinder wachsen und sich entwickeln gesehen. Das macht Mut für die Zukunft.“

Karin und Dietmar Dübner

Am 1. Oktober 2020 erhielten Karin und Dietmar Dübner den Ehrenpreis der Stadt Pockau-Lengefeld.

Mit ganzer Kraft und viel Herz setzt sich das Ehepaar für die Integration von Flüchtlingen in Pockau-Lengefeld ein. Als sie gefragt wurden, ob sie sich vorstellen könnten, sich dieser Sache anzunehmen, sagten sie zu. Seither engagieren sich die inzwischen 77-Jährigen mit voller Kraft in  dieser Aufgabe. „Wir sind Christen und sehen es als eine Art Auftrag an, diesen Menschen zu helfen. Immer wieder haben wir erfahren, dass sie auf der Suche nach Perspektiven und vordergründig nach Sicherheit für sich und ihre Familien sind. Die Eheleute legten sich stets  ins Zeug. Die ersten Flüchtlinge, die sie in Empfang nahmen, kamen aus dem Iran, Pakistan und Syrien. Die Lengefelder halfen bei der Übergabe der Wohnungen, Behördengängen, dem Ausfüllen von Formularen, der Suche nach einem Arzt, beim Einkaufen u.v.m. Was das neue Leben in Deutschland für die Asylbewerber betraf, musste auch hier einiges beachtet und den Neuen plausibel gemacht werden. Gründliche Hausordnung, Mülltrennung, Zurechtfinden überhaupt zählten dazu. Das alles meisterten – und meistern – die Dübners lobenswert. Über den Ehrenpreis freuen sie sich sehr, betonten jedoch, dass sie ihn nur stellvertretend für alle, die sich ebenfalls in dieser Angelegenheit mit Herzblut einbringen, entgegennehmen.

Thomas Findeisen

Am 2. Oktober 2018 erhielt Thomas Findeisen den Ehrenpreis der Stadt Pockau-Lengefeld.

„Neben seiner beruflichen Tätigkeit beim Rettungsdienst bekleidet Thomas seit Jahren in Reifland das Amt des Ortsvorstehers und arbeitet ehrenamtlich im Jagdvorstand. Zusätzlich bringt er sich als Ehrenmitglied in den Heimatverein ein, scheut keinen Aufwand, keine Mühen. Er ist im Ort fast immer und überall dabei, auch bei der Vorbereitung von Veranstaltungen, ihrer Durchführung oder Nachbereitung. Menschen zu helfen ist zu seiner Berufung geworden“, so Ria Gorzize in ihrer Laudatio. Sichtlich bewegt bedankte sich Thomas Findeisen bei den Anwesenden: „Hilfe für andere ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Wenn ich helfen kann, mache ich dies gern und denke auch nicht lange darüber nach“, so der 46-jährige Reifländer.

Gerd Glöckner

Am 1. Oktober 2021 erhielt Stadtrat Gerd Glöckner für sein Wirken um Erhalt und Pflege der Kriegsgräberstätte Ehrenmal Nennigmühle den Ehrenpreis der Stadt Pockau-Lengefeld.

Seit mehr als 25 Jahren kümmert sich dieser um den Erhalt und die Pflege von Kriegsgräberstätten. Mit der Tätigkeit in Verbindung gekommen war er bereits im Jahre 1993 als Angehöriger der Bundeswehr im Pionierbataillon 12 in Volkach. „Dort entstand mein erster Kontakt mit der Kriegsgräberpflege. 1997 begann ich mich dann hier in der Region zu informieren, wo meine Hilfe möglicherweise gebraucht werden könnte. So ist das Ganze gewachsen“, erzählte Herr Glöckner. Letztendlich kamen so einige Standorte zusammen, wo er kräftig mit anpackte. Ganz besonders liegt ihm dabei das Ehrenmal Nennigmühle am Herzen, wo 96 russische Kriegsgefangene, die während des Zweiten Weltkrieges hier im Ort gestorben sind, ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Über die Wertschätzung in Form des Ehrenpreises freut sich Gerd Glöckner natürlich sehr, betont jedoch, dass er diese Arbeit keinesfalls leistet, um ausgezeichnet zu werden. „Mir ist es wichtig, die Thematik wach zu halten. Lassen wir uns von der Geschichte mahnen. So etwas darf sich nicht wiederholen“, erklärt er.

Auf die Frage, ob er dieses Ehrenamt weiterhin ausüben möchte, sagte er: „Natürlich, solange es mein gesundheitlicher Zustand zulässt und ich motiviert bin, bleibe ich dran. An der Gedenkstätte Nennigmühle wurde schon viel erreicht. Ich hoffe, dass ich das auch künftig fortsetzen kann und bin für jede Unterstützung durch die Stadtverwaltung Pockau-Lengefeld sehr dankbar“.

Wolfgang Horn

Am 2. Oktober 2018 erhielt Wolfgang Horn den Ehrenpreis der Stadt Pockau-Lengefeld.

Für seine jahrzehntelange Arbeit als Trainer und Förderer des Sports erhielt Wolfgang Horn einen Ehrenpreis. Der heute 78-Jährige kam 1961 als Lehrer nach Lippersdorf und unterrichtete unter anderem Sport. Handball lag ihm besonders im Freizeitbereich beim SV Grün-Weiß Lippersdorf, bei dem Wolfgang Horn bis heute aktiv ist, besonders am Herzen. „Du warst als Handballtrainer aktiv und hast die AG Wintersport geleitet. Aus deinen Schützlingen sind belastbare und starke Persönlichkeiten geworden. Obwohl, oder gerade weil, du sie immer zu Höchstleistungen angespornt und Lustlosigkeit und offenes Desinteresse nicht toleriert hast“, sagte seine ehemalige Schülerin und Handballerin Isabel Börner in ihrer Laudatio. Ganz bescheiden richtete Wolfgang Horn Worte des Dankes an Gäste der Veranstaltung. „Ich bin froh, dass die Saat, die ich ausgebracht habe, aufgegangen ist. Ich habe meinen Schützlingen immer die Möglichkeit geben, sich mit anderen im Wettkampf zu vergleichen und habe damit einen Anreiz zum Üben gesetzt. Denn um etwas zu erreichen, muss man auch kämpfen. Das ist nicht nur im Sport so. Mein Herz bleibt, solange es schlägt, dem Sport treu“, sagte Wolfgang Horn.

Leider verstarb Wolfgang Horn am 08.07.2022.

Judith Keilig

Judith Keilig erhielt am 1. Oktober 2020 den Ehrenpreis der Stadt Pockau-Lengefeld.

Sport wird seit nunmehr 173 Jahren in Lengefeld großgeschrieben. Im Laufe der Zeit machte er erstaunliche Wandlungen durch. Turnen, Schach, Ballsportarten, Schwimmen, um nur einiges zu nennen, feierten beachtliche Erfolge. Auch die frühere Olympiasiegerin und Weltmeisterin Ines Kaulfuß ist hier zu Hause. Später dann flachte das Sportgeschehen ab. Vieles löste sich auf. Es gab nicht mehr genügend Nachwuchs, Helfer und Übungsleiter. Das waren jedoch die Anfänge, als Judith Keilig ihre Laufbahn als Übungsleiterin begann. Viele Jahre dieser Arbeit liegen nun schon hinter ihr. Unzählige Stunden Freizeit, Kreativität, jede Menge Geduld und Mühe investierte sie gern in junge Menschen. Ihr Engagement war und ist außergewöhnlich. Wie viele Kinder und Erwachsene sie bisher betreut und trainiert hat? „Ich weiß es wirklich nicht, müsste mal zählen“, lachte sie. Um in der Nachwuchsarbeit stets auf gutem Stand zu sein, besuchte sie zahlreiche Fortbildungen, Workshops und Lehrgänge. Keine Frage: Judith Keilig hat die Lengefelder Sportgeschichte ein Stück weit mitgeschrieben, war stets mit Herzblut dabei. Neben dem sportlichen Aspekt trug sie mit ihrer Übungsleitertätigkeit auch dazu bei, die Kinder und Jugendlichen zu Kameradschaftlichkeit zu animieren. Standen Auftritte an, musste sich vorher erst richtig ins Zeug gelegt werden. Schließlich sollte auch alles klappen. Einstudieren der Schritte, die Musikauswahl, das Mitfiebern während der Darbietungen und hinterher gemeinsam mit den Schützlingen die Freude über das Gelungene erleben. Was ihr der Ehrenpreis bedeutet, erklärte sie so: „Natürlich freue ich mich sehr darüber. Er ist eine Wertschätzung meiner Arbeit“.

Christian Keilig

Am 10. Oktober 2019 erhielt Christian Keilig den Ehrenpreis der Stadt Pockau-Lengefeld.

Christian Keilig, bekannt als Oyano, ist Märchenerzähler aus Leidenschaft, autodidaktischer Schauspieler, Regisseur und Musikant. Er schafft es stets aufs Neue, sein Publikum zu faszinieren und auf eine Reise in eine andere Welt mitzunehmen. Christian Keilig gilt als tragende Säule des Pockau-Lengefelder Kulturvereins. Sein Kopf ist weiterhin voller Ideen hinsichtlich kultureller Angebote. Er hat den Ehrenpreis redlich verdient“, so Viola Brachmann in ihrer Laudatio. „In der heutigen Zeit wird es mehr denn je gebraucht, dass man lacht. Ich garantiere euch, ich werde dafür sorgen. Über den Ehrenpreis freue ich mich sehr, hätte aber auch ohne diese Auszeichnung aus vollstem Herzen weitergemacht“, sagte der Künstler.

Leider verstarb Christian Keilig am 19. Juni 2020 nach schwerer Krankheit.

Rainer Körner

Am 20. September 2023 erhielt Rainer Körner, Vorsitzender des Kleingartenvereins Lengefeld/Erzgebirge e. V. , den Ehrenpreis der Stadt Pockau-Lengefeld.

Warum gerade ich? Diese Frage stellte sich der über 80-jährige Rainer Körner, als er davon erfuhr, für den Ehrenpreis vorgesehen zu sein. „Ich mach doch nichts Besonderes“, schätzte er selbst ein. In der Laudatio, die Janek Gräbner hielt, wurde das Gegenteil jedoch deutlich. Rainer Körner gilt als tragende Säule des Lengefelder Kleingartenvereins. Fast 60 Jahre, genauer gesagt seit 1964, zählt er zu den Vereinsmitgliedern. Im Jahr 2000 wurde er zum Stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins gewählt und 2010 übernahm er den Vorsitz. Das bedeutet, offene Ohren für die Wünsche der 160 zahlenden Mitglieder in den 200 bewirtschafteten Gärten zu haben, sie zu respektieren und Lösungen zu finden. Seit nunmehr 13 Jahren steht Rainer Körner mit Herzblut an der Spitze des Vereins. Unterstützung wurde ihm stets zuteil. Dafür bedanken möchte er sich bei den Mitstreitern aus den Reihen des Vorstands und dem gesamten Team. „Herzlicher Dank galt zu jeder Zeit auch meiner kürzlich verstorbenen Frau. Sie wusste immer, wie gern er diese Vereinsarbeit mache“, erklärte er. Die Worte seiner Frau: „Mach das weiter. Du brauchst das“, wird er nie vergessen.

Thomas Müller

Thomas Müller, Kantor der Ev.-Luth. Kirchgemeinden in Pockau und Lengefeld im Ruhestand, erhielt am 20. September 2023 den Ehrenpreis der Stadt Pockau-Lengefeld.

Habe ich das verdient? Das fragte sich Ehrenpreisträger Thomas Müller. Ortschaftsrat und Kirchenvorstand hatten ihn für die Auszeichnung vorgeschlagen. Seine Frage beantwortete Laudator Steffen Haugk mit einem klaren „Ja“.

Thomas Müller begann seine Arbeit 1980 in der Kirchgemeinde Pockau und kann nun auf insgesamt 42 Jahre unter anderem als Kantor, Katechet und Religionslehrer zurückblicken. Alles aufzuzählen, was er für und mit der Gemeinde auf die Beine gestellt hat, würde den Rahmen sprengen. Er rief das beliebte Adventssingen, Musiknächte, zahlreiche Konzerte und Mundartgottesdienste ins Orts- und Gemeindeleben. Mit immer neuen und frischen Ideen sorgte er für den musikalischen Kick, begeisterte mit Extras und legte immer großen Wert auf Qualität, um nur weniges zu nennen. Musik ist seine Leidenschaft. Dass Eltern ihre Kinder dazu bewegen Instrumente zu erlernen, liegt ihm sehr am Herzen. Obwohl sich der frühere Kantor in den verdienten Ruhestand verabschiedet hat – so richtig loslassen wird er wohl nie können. „Wir hoffen, dass du uns weiterhin unterstützt“, sagten auch die Gratulanten. Thomas Müllers Erfahrungsschatz in Sachen Musik und Musikevents ist riesig. Ihn weiterhin zu Verfügung zu stellen wird ihm eine Freude sein.

Pockauer Heimat- und Mühlenverein e. V.

Am 10. Oktober 2019 erhielt der Pockauer Heimat- und Mühlenverein e. V. den Ehrenpreis der Stadt Pockau-Lengefeld.

„Ich fass es nicht“, dachte Ilona Ranft, Vorsitzendes des Pockauer Heimat- und Mühlenvereins e.V. als sie erfuhr, dass der Verein für den Ehrenpreis vorgeschlagen wurde. „Ich habe das zunächst gar nicht so richtig ernst genommen. Eine Bekannte meinte nur, dass es mit dem Verein die Richtigen träfe“, lachte Frau Ranft. „Aber wir sind superstolz. Es ist uns Ansporn, die Pflege unseres „Mühlchens“ – wie wir es gerne nennen – weiterhin mit ganzem Herzen zu betreiben. Die Vereinsarbeit macht Spaß und uns Mitglieder freut es sehr, wenn wir die Gäste auch künftig mit unserer Arbeit begeistern können.“

„Ob Mühlentag, Leinölfest, Führungen oder die Pflege und Wartung der Mühlentechnik und Gebäude – alles muss von den Vereinsmitgliedern gestemmt werden. Insgesamt gehören 50 Mitglieder dem Verein an, die Hälfte davon als harter Kern. Die Leute im Rahmen von Führungen einfach nur durch die Räume zu schieben, gibt’s bei den Vereinsmitgliedern nicht. Ihr Anspruch ist es, die Gäste umfassend zu informieren und jede noch so kleine Frage zu beantworten. Sie sollen begeistert sein und das „Mühlchen“ in bester Erinnerung behalten“, erklärte Laudator Steffen Haugk.

Leider musste der Verein dieses Jahr auch einen schmerzlichen Verlust hinnehmen. Gründungsmitglied Jürgen Schremmer, welcher sich mit ganzem Herzen für die Sache engagierte und über unglaublich viel Wissen verfügte, verstarb plötzlich. Seinen Sohn Georg hatte er glücklicherweise schon recht früh mit dem „Mühlenvirus“ infiziert, so dass dieser gern mit im Boot ist.

Posaunenchor Forchheim

Am 1. Oktober 2021 erhielt der Posaunenchor Forchheim für seine musikalische Arbeit den Ehrenpreis der Stadt Pockau-Lengefeld.

Siebzig Jahre ist es nunmehr her, dass der Forchheimer Posaunenchor gegründet wurde. Für sein stetiges Wirken bekam er nun von der Stadtverwaltung Pockau-Lengefeld den Ehrenpreis verliehen. „Es hat uns sehr gefreut, dafür mit ausgewählt worden zu sein. Das war für jeden einzelnen unserer Bläser eine schöne Überraschung und Wertschätzung. Wir sehen es jedoch auch so, dass die Ehre unserem Gott gebührt“, so Aron Jungnickel, Leiter des Chores. Groß gefeiert werden konnte leider nicht, da der Corona-Virus sämtlichen Planungen und Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machte. In einem Gottesdienst wurde das Jubiläum dennoch entsprechend gewürdigt.

 Ein Blick zurück

Gegründet wurde der Forchheimer Posaunenchor 1951 vom damaligen Pfarrer Wilhelm Metzger mit jungen Leuten, welche überwiegend aus den Reihen der jungen Gemeinde kamen. Sie übten fleißig, waren mit großem Eifer bei der Sache, sodass sie sich bereits im selben Jahr zum Erntedankfest an ihren ersten großen Auftritt wagten. Im Jahre 1958 gab Wilhelm Metzger die Chorleitung an Lothar Wagner ab. Dieser fungierte bis 2014 als Hut der Bläser. Im selben Jahr übernahm der heutige Chorleiter Aron Jungnickel das Amt. Heute zählt die Gruppe 16 Bläser im Alter von 13 bis 87 Jahren. Davon sind 14 von ihnen regelmäßig aktiv, die anderen aufgrund von Studium, Lehre etc. nur sporadisch. „Wenn es bei ihnen passt, spielen sie gerne mit, was uns alle sehr freut“, so Herr Jungnickel.

Geprobt wird wöchentlich im Pfarrsaal des Pockau-Lengefelder Stadtteiles Forchheim in drei Etappen und nach jeweiligem Ausbildungsstand. Ob es ihm zu viel wird? Schließlich betreibt er „nebenher“ ein Ingenieurbüro für Werkzeugkonstruktionen. „Überhaupt nicht. Ich sehe es nicht als Stress, vielmehr als Abwechslung und Freude“, stellt er klar. Außerdem steht auch seine Familie dahinter. Während die große Tochter bereits zu den Fortgeschrittenen gehört, bildet er seine Frau und die kleine Tochter ebenfalls aus.

Das Anliegen des Posaunenchors ist es: „Mit unserer Musik wollen wir Gott loben und das auch in die Welt hinaustragen“, sind sich die Bläserinnen und Bläser einig.

Johannes Schmidt

Am 10. Oktober 2019 erhielt Johannes Schmidt den Ehrenpreis der Stadt Pockau-Lengefeld.

Als Urgestein von Wünschendorf und seit Jahrzehnten dort Ortsvorsteher wurde auch Johannes Schmidt mit dem Ehrenpreis geehrt. Für sein mühevolles und rastloses Wirken ist er in der Bürgerschaft bekannt. „Manchmal nimmt das Ganze, scherzhaft ausgedrückt, sogar diktatorische Züge an, wenn es darum geht, Wünschendorf noch schöner zu gestalten. Johannes Schmidt natürlich allen voran. Noch 30 Jahre nach der Wende ist er am Machen. Mit der 650-Jahr-Feier 2019 hat er seinem Engagement die Krone aufgesetzt. Dieses Fest wird den Einwohnerinnen und Einwohnern sowie allen Gästen in bester Erinnerung bleiben. Alles hat gepasst.“, erklärte Laudator Ulrich Findeisen. Mit Johannes Schmidt hat es bezüglich der Ehrenpreisverleihung einen getroffen, der sonst nur andere vorschlägt. Sich zur Ruhe setzten, kommt für ihn nicht in Frage. Seine Ernennungsurkunde für die nächsten fünf Jahre als Ortsvorsteher hat er schon erhalten. Und was sagt er selbst zu seiner Auszeichnung? „Der Preis gebührt ganz Wünschendorf. Ich habe ihn nur abgeholt. Die Wünschendorfer Erfolgsgeschichte haben Vereine, Freiwillige Feuerwehr und alle helfenden Hände geschrieben. Vielen Dank dafür!“

Annett und Jörg Schreiter

Bürgermeister Ingolf Wappler ehrte am 1. September 2022, im Rahmen des Stadtfestes „500 Jahre Stadtrecht Lengefeld“, Annett und Jörg Schreiter. Beide engagieren sich seit Jahren und ohne auf die Uhr zu schauen im Verein „Mission für Süd-Ost-Europa e.V.“, kurz MSOE genannt, waren schon oft in der Ukraine unterwegs, um den Ärmsten dort zu helfen. Auch als der Krieg im Februar dort ausbrach, krempelten sie die Ärmel hoch und machten sich auf den Weg. Wieder zurück in der Heimat sorgten sie dafür, dass viele geflüchtete Ukrainer ein Dach über den Kopf bekamen. Die Laudatio dazu hielten Tochter Ricarda und Martin Tutzschky.

Timo Uhlig

Am 1. Oktober 2020 erhielt Timo Uhlig, langjähriger Vereinschef des ortsansässigen FSV Pockau-Lengefeld. e. V., für sein außergewöhnliches Engagement den Ehrenpreis der Stadt Pockau-Lengefeld.

„Engagement, Zielstrebigkeit und Leidenschaft für die Sache zeichnen ihn aus. Allein in das Projekt der neuen Sportanlage investierte er den größten Teil seiner Freizeit und jede Menge Kraft. Ihm verdanken wir, dass auch in schweren Zeiten der Spielbetrieb aufrechterhalten wurde und dass wir namhafte Mannschaften hier begrüßen dürfen“, so Patrick Illgen in der Laudatio.

„Ich freue mich sehr darüber. Es ist schön zu wissen, dass das, wofür man viel Kraft und Freizeit investiert, Wertschätzung erfährt“, so Herr Uhlig. Es ist kein Geheimnis zu erwähnen, dass er sein Herz ein Stück weit an den Fußball und an das Vereinsleben verloren hat.

Gerd Vorbrich

Gerd Vorbrich vom FSV Pockau e.V. erhielt am 1. September 2022, im Rahmen des Stadtfestes „500 Jahre Stadtrecht Lengefeld“ den Ehrenpreis der Stadt Pockau-Lengefeld. Die Laudatio teilten sich Birgit Börner und Timo Uhlig. „Gerd ist immer da, wo er gebraucht wird und ein Vorbild für uns alle“, so Herr Uhlig. Der Ausgezeichnete freute sich sehr über die Wertschätzung, gab aber zu, nicht so gerne im Rampenlicht zu stehen und sein Ehrenamt mit Herzblut auszuüben.

Wünschendorfer Carnevalsverein (WCV)

Am 2. Oktober 2018 erhielt der Wünschendorfer Carnevalsverein den Ehrenpreis der Stadt Pockau-Lengefeld.

Stellvertretend für den Wünschendorfer Carnevalsverein nahmen Maika Rösch, David Richter, Klaus Münzner und Kai Dähnert den Ehrenpreis entgegen. In seiner Laudatio ging Ulrich Findeisen auf die Anfänge des Vereines ein, der im kommenden Jahr auf 50 Jahre seines Bestehens zurückblicken kann. „Was ist ehrenwürdiger als Menschen, welche anderen Menschen Freude bereiten? In einer immer schnelllebigeren Zeit, in der eine Katastrophenmeldung die nächste jagt, bin ich dankbar für diejenigen, die auch den Spaß im Leben nicht vergessen“, so Ulrich Findeisen.

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